Gesund essen ist wichtig – auch oder gerade für Menschen mit Behinderung

Es ist nicht immer leicht ruhig zu bleiben, wenn vermeintliche Fachleute voller Überzeugung zu Dingen raten, die – rein logisch gesehen – schon gar nicht stimmen können.

Ich weiß nur zu gut, dass behinderte Menschen Rituale über alles lieben und nur zu gerne auf ein neues Ritual bestehen wenn es Ihnen gefällt und Sicherheit gibt. Das gilt zum großen Teil auch beim Thema essen. Allerdings sollte hier mit Ritualen die zu einer einseitigen und ungesunden Ernährung führen, vorsichtig umgegangen werden.

@cybernesco Obst_canstockphoto2556380

„Lassen Sie das Kind doch ruhig immer Toast mit Marmelade und Abends Wiener Würstchen essen, wenn es doch nichts anderes mag. Behinderte Kinder haben eben ihre Eigenarten und lieben Rituale. Seien Sie froh dass das Kind überhaupt ist.“

Ich konnte erst gar nicht fassen, was eine Bekannte mir da am Wochenende erzählte und wurde im nächsten Moment unglaublich wütend. Nur weil es bequem ist, können wir das Kind doch nicht mit einer Mangelernährung groß werden lassen – wenn „groß“ werden lassen mit den paar Nährstoffen überhaupt möglich ist, die ein Toastbrot mit Marmelade und Wiener Würstchen aus der Dose hergeben.

Für Menschen mit Behinderung ist Essen mehr als nur  reine Nahrungsaufnahme, vielmehr ist die Ernährung als ganzheitlicher Akt zu sehen. Eine gesunde Ernährung, die alle Nährstoffe in der richtigen Menge enthält, schützt vor ernährungsbedingten Krankheiten und liefert somit einen wichtigen Beitrag für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Das sind die Grundvoraussetzungen für die Teilnahme am gesellschaftlichen Zusammenleben und die Weiterentwicklung der persönlichen Leistungsfähigkeit.

Viele der geistig behinderten Menschen sind mehrfach behindert. Bei ihnen treten häufig zusätzlich Sinnesbehinderungen, körperbehinderungen oder schwere organische Erkrankungen (z. B. Herzfehler) auf. Auch seelische Probleme können sich ergeben, wie z.B. durch starke körperliche Einschränkungen. Gerade bei Menschen mit Behinderungen sind gesundheitliche Risikofaktoren, wie fehlende Bewegung, falsche Ernährungs-gewohnheiten oder veränderte Stoffwechselprozesse verstärkt feststellbar.

Ein falsches Ernährungsverhalten beeinflusst:

  • die Verdauung
  • Übergewicht und Untergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen usw.

Eine Ernährung, die sich positiv auf Cholesterin- und Blutfettwerte auswirkt, ist eine fettbewußte Ernährung.

Maximal 30% der täglichen Gesamtenergiezufuhr sollten in Form von Fett aufgenommen werden. Dabei kommt es nicht auf den radikalen Verzicht von Fetten an, sondern auf die Fettqualität. Das heißt: Höchstens 10% der Energiezufuhr als gesättigte Fettsäuren. Diese kommen vor allem in tierischen Fetten wie Wurst, Fleisch und Fleischwaren sowie Butter und Milchprodukten vor, aber auch in Gebäck und Kartoffelchips. Mindestens 10% der Energiezufuhr als einfach ungesättigte Fettsäuren. Sie kommen besonders reichlich in Oliven- und Rapsöl vor.  7 – bis höchstens 10% der Energiezufuhr als mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Diese finden sich vor allem in Pflanzenölen wie Distel-, Maiskeim-, Sonnenblumenöl (http://www.apetito.de/ueber-apetito/kompetenzen/ernaehrungsberatung/richtig-ernaehren/menschen-mit-behinderung/Seiten/anforderungen-an-die-ernaehrung.aspx)

Gesundheit und alles was uns dabei hilft diese möglichst lange zu bewahren sollte allen Menschen –egal ob behindert oder nicht – zugänglich gemacht werden. Nicht nur uns hilft es, ab und zu über unseren eigenen Schatten zu springen und „neues“ zu probieren. Auch oder gerade behinderte Menschen können unheimlich davon profitieren, wenn sie möglichst viele Lebensmittel kennen lernen.

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