Snoezelen (snuːzələn)

In der letzten Zeit bin ich wenig zum Schreiben gekommen. Das hatte damit zu tun, dass ich mich intensiv mit einer ganz besonderen Art der Entspannungsarbeit – dem „snoezelen“ – beschäftig und weitergebildet habe.

Was bitte schön ist „snoezelen“ werden sich jetzt sicherlich viele von Euch fragen – zu Recht. Ich kannte es bis vor ein paar Jahren auch noch nicht, und bin erst im Rahmen meines Studiums und jetzt ganz aktuell, darauf aufmerksam geworden, weil ich selbst eine behinderte Tochter mit Down Syndrom habe. Gerade diese ganz besonderen Kinder benötigen oftmals eine kleine „Auszeit“ von allem was um sie herum passiert um wieder bei sich anzukommen. Das kann durch das snoezelen auf wunderbare Weise erreicht werden.

Unter Snoezelen (snu: zelen) versteht man überwiegend den Aufenthalt in einem gemütlichen, angenehm warmen Raum, in dem man liegend oder sitzend, umgeben von leisen Klängen und Melodien, Lichteffekte betrachten kann. Das gezielt ausgesuchte Angebot steuert und ordnet die Reize, es weckt Interesse, es ruft Erinnerungen hervor und lenkt Beziehungen. Das Snoezelen soll immer Wohlbefinden erzeugen. In der ruhigen Atmosphäre werden den Menschen Ängste genommen, sie fühlen sich geborgen. Das Wort ist eine von zwei Zivildienstleistenden in den Niederlanden 1978 zusammengestellte Phantasieschöpfung aus den beiden englischsprachigen Verben „snooze” und „doze” (ein Nickerchen machen, dösen).

Blurred Christmas lights

Durch das Snoezelen wird die sensitve Wahrnehmung und zugleich der Entspannung verbessert. Zur Ausstattung des Raumes gehören meist unterschiedliche Lichtquellen und Projektoren, die verschiedenartige visuelle Effekte erzeugen wie Wassersäulen oder eine Farbdrehscheibe, eine sich an der Raumdecke langsam drehende Spiegelkugel und eine bequeme Sitz- und Liegelandschaft. Der Snoezelenraum kann von wohlriechenden Düften durchflutet sein; vermehrt kommen Bilder zum Träumen in Verbindung mit ausgewählter Entspannungsmusik zum Einsatz.

Beim snoezelen gibt es die Möglichkeit – je nach Anamnese des Kindes – alle fünf Sinne in die Therapie mit einzubeziehen. Es geht darum zur richtigen Zeit die richtigen Anreize zu geben um zu entspannen und wieder bei sich anzukommen. Das kann durch das intensive sehen, hören, riechen aber auch durch fühlen und schmecken erreicht werden. Je mehr man sich auf das Kind einlassen kann, desto eher wird man merken, welche Reize es zu welcher Zeit braucht und was ihm gut tut. Was ihm nicht gefällt, wird einem das Kind sehr schnell auf seine ganz eigene Art und Weise zu verstehen geben.

Es gibt viele und ganz unterschiedliche Möglichkeiten mit dem snoezelen zu arbeiten. Ich möchte es gerne ganz speziell für behinderte Kinder anbieten und einsetzen. Da ich zur Zeit noch probiere so viele praktische Erfahrungen wie möglich zu sammeln werde ich es voraussichtlich erst ab August diesen Jahres anbieten. Wer sich aber dafür interessiert oder schon vorab Informationen haben möchte, kann mich gerne jederzeit kontaktieren.

 

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