Altes muss gehen, damit Neues entstehen kann

Seit vielen Jahren fasziniert mich Indien, der Hinduismus mit seinen Ansichten und die vielen verschiedenen Feste mit ihren Bedeutungen dazu.

Einer der wichtigsten Feiertage im Hinduismus ist die „Nacht des Shiva“. Nach dem Kalender der Hindu findet der Feiertag am 14. Tag des Monats Phalguna, nach modernem Kalender Ende Februar/Anfang März statt.

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Eine besonders bedeutende Form des Absoluten in der hinduistischen Götterwelt ist Shiva, dessen Name auch „der Gütige“ oder „der Segen“ bedeutet. Während sich das formlose Brahman nach hinduistischer Ansicht in Gestalt des Vishnu immer wieder verkörpert und in vielen Manifestationen erscheint, betonen die Schriften bei Shiva ausdrücklich die Formlosigkeit. Ihm kommt in der Trimurti, der hinduistischen Dreifaltigkeit, die Aufgabe der Vernichtung zu, während Brahma der Schöpfer ist und Vishnu derjenige, der das Universum erhält. Als Zerstörer weist Shiva auf die Vergänglichkeit hin: Alles Geschaffene muss vergehen! Ebenso wie seine weibliche Seite, Kali, ist auch er Kala, die Zeit, die alles entstehen lässt – ohne Erbarmen aber auch wieder vernichtet. Aber er, der letztlich Formlose, enthält sämtliche Aspekte des Göttlichen, und darum sehen die Gläubigen in ihm auch den Retter: Als Nilakhanta etwa bewahrt er die Welt vor ihrem Untergang, indem er das Gift des mythischen Urmeeres trinkt.

Zu Shivaratri steht weniger der zerstörerische Aspekt Shivas im Mittelpunkt, sondern in erster Linie der des Erlösers. Während für vishnuitische Traditionen Vishnu der Höchste ist, sehen Shivaiten Shiva als Manifestation des Höchsten. Eine sehr populäre Geschichte aus den Puranas erzählt: Brahma und Vishnu stritten darüber, wer der Höchste von ihnen sei, als ein leuchtendes Linga wie eine Feuersäule vor ihnen erschien. Da beide weder Anfang noch Ende entdecken konnten, erwiesen sie Shiva als dem Höchsten die Ehre. Dieser trat aus der Feuersäule heraus und sagte: „Wer in Zukunft fastet, Nachtwache hält und mich verehrt, wird von allen Sünden befreit und erlöst werden“.

Dem Aspekt Shivas als Retter und der Vergebung der Sünden kommt an diesem Feiertag eine entscheidende Rolle zu, wie unzählige Geschichten überliefern. Viele Gläubige durchwachen diese heilige Nacht, beten und singen gemeinsam, so wie es der Göttliche in den Schriften selbst verlangt: „In der vierzehnten Nacht der dunklen Hälfte des Monats werde ich im Kali-Yuga (das gegenwärtige Zeitalter) über die Erde gehen. Ganz sicher werde ich in allen Lingas sein, in den beweglichen sowie den unbeweglichen, um die Sünden hinwegzunehmen, welche die Menschen im vergangenen Jahr begangen haben; darum wird derjenige, der mich in dieser Nacht mit Mantren verehrt, von Sünden frei sein“. (Nagar Khanda)

Hindus aller Traditionen feiern mit Fasten, Durchwachen der Nacht und mit Gebeten diesen Tag; vor allem Frauen fasten und erbitten Segen für ihre Ehemänner. Wer nicht an einer Pilgerfahrt teilnehmen kann, besucht den nächsten Tempel oder zelebriert die Anbetung zuhause. Gläubige übergießen rituell ein Linga mit Wasser, Milch, Joghurt, Butter und Honig und schmücken es mit den Blättern eines heiligen Baumes, des Bel (auch Bheel) (wikipedia.de)

Einen wunderbaren Bericht zu diesem Fest gibt es übrigens am 16.05.2016 um 19:30 ZDF mit Dunja Hayali.

Was mich dazu führt das Shivaratri in Zusammenhang mit der Gesundheitsberatung zu bringen ist die Ableitung die man sehr schön aus dem Überbrachten ziehen kann „Altes muss gehen, damit Neues entstehen kann“.

Oft führe ich Gespräche in denen es Menschen darüber klaren, dass sie kaputt sind, sich unwohl fühlen und Verlustängste haben. Sie wollen oft mit aller Kraft an „Altem“ festhalten. An alten Gewohnheiten, altem Verhalten, „alten“ Bekanntschaften. Viele von Ihnen haben eine panische Angst davor, sich aus alten Gewohnheitsmustern zu lösen oder Dinge loszulassen, die ihnen nicht gut tun, weil sie Angst vor dem haben, was sie dann erwartet.

Gewohnheiten und bekannte Verhaltensmuster sind kalkulierbar. Sie fühlen sich zwar oft nicht gut an und rauben uns mehr Energie als das wir durch sie bekommen, aber sie sind dadurch „berechenbar“.

„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ (Albert Einstein)

Es wussten also schon so einige Menschen vor unserer Zeit, dass wir die Dinge die uns selbst „festhalten“ loslassen müssen, damit wir uns bzw. unser Leben oder unseren Gesundheitszustand ändern können.

Ich weiß nur zu gut, dass es nicht leicht ist, aus alten Gewohnheiten auszubrechen aber es gibt Möglichkeiten und oft benötigt man nur einen kleinen Anstoß eines Außenstehenden oder einfach einmal eine ganz sachliche Darstellung der Dinge um endlich den ersten Schritt zu gehen.

Fangt an – egal ob mit oder ohne Hilfe. Es wird funktionieren…und vor allem wird es Euch gut tun.

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