Die Tibetischen Gebetsfahnen – oder die Lehre der fünf Elemente

Welche Bedeutung haben die Farben der tibetischen Gebetsfahnen und was haben sie mit den fünf Elementen und unserer Gesundheit zu tun?

Eine Freundin die vor kurzem eine Yogaweiterbildung gemacht hat, kam nach ihrer Reise mit einem kleinen Geschenk bei mir vorbei. Ein Armband an dem die fünf tibetischen Gebetsfahnen in den Farben blau, weiß, rot, grün und gelb befestigt waren. Nicht nur, dass ich mich sehr über das Geschenk gefreut habe, ich habe mich vor allem dafür interessiert, was es mit den Farben dieser Fahnen auf sich hat.

Sie erklärte mir, dass jede dieser Farben für ein Element steht: Blau für die Leere (den Raum, den Himmel), Weiß für die Luft, Rot für das Feuer, Grün für das Wasser und Gelb für das Erdelement. Häufig befinden sich in den Ecken der Fahnen die vier „Kraft-“ oder „Symboltiere“ der vier Himmelsrichtungen: oben links der Garuda, oben rechts der Drache, unten links der Tiger und unten rechts der Schneelöwe. Diese umrahmen ein Windpferd in der Mitte.

Womit wir wieder bei der Bedeutung dieser fünf Elemente wären. Es gibt so viele Berechnungen und Zuordnungen die sich an den fünf Elementen ausrichten, dass es schwer ist, sie zusammenzufassen.

Eine sehr abstrakte und einfache Übersicht habe ich bei Wikipedia gefunden:

https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnf-Elemente-Lehre

Fünf Elemente

Auch in der Ernährungslehre gibt es die „Ernährung nach den fünf Elementen“. Grundlage der Ernährungslehre sind wie in der TCM insgesamt die Vorstellungen von Yin und Yang. Besteht im Körper ein harmonisches Gleichgewicht dieser Energien, ist der Mensch gesund. Die Ernährung dient dazu, diese Harmonie zu fördern und zu erhalten.

Die chinesische Ernährungslehre teilt auch Lebensmittel nach Yin und Yang ein, wobei Yin für Kälte und Yang für Wärme steht. Diese Einteilung ist nicht zu verwechseln mit der tatsächlichen Temperatur der Speisen: Yin-Lebensmittel sind zum Beispiel viele Obstsorten, Gurken, Tomaten, grüner Tee und Milch. Als Yang gelten unter anderem Trockenobst, Fenchel, Lauch, Gewürze, Fleisch und Fisch. Es gibt auch eine Gruppe neutraler Nahrungsmittel wie Kohl, Möhren, Hülsenfrüchte oder Getreide. Ein und dasselbe Lebensmittel kann je nach Reifegrad unterschiedlichen Elementen zugeordnet werden: Da eine unreife Birne wenig Qi hat, wird sie dem Holzelement zugeordnet. Die vollreife Frucht zählt zum Erdelement.

Parallel werden die Lebensmittel auch noch in fünf Gruppen nach den Elementen eingeteilt:

  • Dem Element Holz entspricht der saure Geschmack. Hierzu gehören zum Beispiel Essig, Orangen, Tomaten, Weizen und Huhn.
  • Dem Element Feuer wird der bittere Geschmack zugeordnet. Entsprechende Lebensmittel sind etwa Rote Bete, Rucola, Roggen und Schafskäse.
  • Dem Element Erde entspricht der süße Geschmack und Lebensmittel wie Kartoffeln, Mais, Butter, Eier, Rindfleisch und Karotten.
  • Zum Element Metall gehört der scharfe Geschmack und Nahrungsmittel wie Zwiebeln, Senf und Gänsebraten.
  • Dem Element Wasser wird der salzige Geschmack zugeordnet. Entsprechende Lebensmittel sind Salz, Fisch, Hülsenfrüchte, Oliven und Wasser.

Sowohl zu viel Yin als auch zu viel Yang im Körper erzeugen nach der Lehre der TCM Krankheiten oder Befindlichkeitsstörungen. Da der Anteil der Energien bei jedem Menschen individuell ist, kann die für ihn richtige Ernährung nach den 5 Elementen nur nach einer vorherigen Feststellung der Yin- und Yang-Anteile festgelegt werden, um keine unerwünschten Wirkungen hervorzurufen. Zu viel Yin wird dann durch ein Schwergewicht der Yang-Lebensmittel ausgeglichen, zu viel Yang durch Yin-Zufuhr. Die Basis der Mahlzeiten bilden jedoch neutrale Nahrungsmittel.

Die „echte“ chinesische Ernährungslehre kennt sogar fünf Abstufungen, nämlich heiß, warm, neutral, erfrischend und kalt. Außerdem geht sie davon aus, dass die „richtigen“ Nahrungsmittel in der Region wachsen, in der der Mensch lebt. Die Ernährungsempfehlungen für Europäer sind allein deshalb andere als für Asiaten. Rohkost wird hauptsächlich Leistungssportlern und körperlich hart arbeitenden Personen empfohlen, ansonsten wird gekochte Kost bevorzugt, da zur Verdauung von Rohkost mehr Energie verbraucht wird. Die Ernährungsempfehlungen richten sich auch nach der jeweiligen Jahreszeit. Kalte Lebensmittel sollen überwiegend im Sommer bzw. der warmen Jahreszeit gegessen werden, warme Lebensmittel dagegen im Winter bzw. der kalten Jahreszeit. Die Qualität der Speisen lässt sich aber durch die Zubereitungsart beeinflussen: Yinisierend wirken Blanchieren und Kochen in viel Wasser, „yangisierend“ sind Grillen, Braten und langsames Kochen.

Jede Mahlzeit soll möglichst alle fünf Geschmacksrichtungen (sauer, bitter, süß, scharf, salzig) und auch alle fünf Farben (grün, rot, gelb, weiß und blau/schwarz) enthalten. Vegetariern wird empfohlen, möglichst viel gekochte Speisen zu essen, um genügend Energie zu bekommen. Industriell stark verarbeitete Lebensmittel und Tiefkühlkost werden abgelehnt, ebenso die „Zubereitung“ im Mikrowellenofen. Eine besondere Form der Kochkunst ist das „Kochen im Elementezyklus“, bei dem beginnend mit dem Element Feuer die jeweiligen Zutaten nach und nach zugegeben werden, wobei kein Element ausgelassen werden darf. Für Kinder werden vor allem Lebensmittel des Erdelements empfohlen.

(Text ab „Die chinesische…“ bis Ende, aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ern%C3%A4hrung_nach_den_5_Elementen)

Auch in der ayurvedischen Kochkunst richtet sich alles nach den fünf Elementen. Und da es hier wunderbare Rezepte und viel Gutes für die Gesundheit gibt, werde ich Euch davon in meinem nächsten Artikel schreiben.

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