Abtreibung bei Down Syndrom – Richard Dawkins rät einfach zu einem neuen Versuch

Auch wenn ich es schon auf meiner Facebook-Seite gepostet habe, muss ich meinen Ärger doch hier einfach auch noch einmal kundtun!!!!

Ich denke der Artikel in der FAZ spricht für sich :(:

Melanie Mühl Autorin: Melanie Mühl, Jahrgang 1976, Redakteurin im Feuilleton.

Abtreibung bei Downsyndrom Richard Dawkins rät einfach zu einem neuen Versuch

Als Richard Dawkins unlängst dazu riet, Kinder von Märchen fernzuhalten, da dieser ganze übernatürliche Kram sowieso nur deren Denken verneble, anstatt es zu schärfen, konnte man darüber noch irgendwie lachen. Liest man die aktuellen Twitter-Einträge des Biologen, der an der Universität von Oxford lehrte, vergeht einem dieses Lachen allerdings.

Dawkins schreibt: „Wäre ich eine Frau mit einem DS-Fötus, würde ich abtreiben“, weshalb er allen Frauen, deren Kind positiv auf Trisomie 21, auch Downsyndrom genannt, getestet worden ist, auch zu einer Abtreibung rät – und dazu, es einfach noch mal zu versuchen. Nach dem Motto: Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal mit einem gesunden Kind. Für jedes andere Kind gilt Dawkins’ Meinung nach: „Es wäre unmoralisch, es zur Welt zu bringen, wenn man die Wahl hat.“ Auf seiner Website erklärte er sich später noch ausführlicher.
Die Zahlen sprechen für ihn

Dawkins’ Aussagen sind ungeheuerlich, und da hilft es wenig, dass er angesichts des rauhen Twitter-Winds, der ihm nun entgegenbläst, darauf verweist, dass er kein Monster sei und dass eine Mehrzahl der auf Downsyndrom getesteten Föten in Europa und Amerika abgetrieben werde. „Was ich empfehle, ist nicht seltsam, es ist die Norm.“

Ihm hier zu widersprechen wäre naiv. Die Zahlen sind eindeutig: Neun von zehn betroffenen Trisomie-Föten werden abgetrieben. Werdende Mütter, die älter als 35 sind, gelten als Risikoschwangere, weshalb Frauenärzte dazu verpflichtet sind, sie auf die Möglichkeiten der vorgeburtlichen Diagnostik hinzuweisen beziehungsweise dazu zu raten, ihr ungeborenes Kind auf mögliche Gendefekte untersuchen zu lassen. Nicht selten werden die Frauen unter enormen Druck gesetzt.

Seit 2012 hat dieser Druck weiter zugenommen. Denn da kam der sogenannte PraenaTest der Firma Life-Codexx auf den Markt, ein nichtinvasiver pränataldiagnostischer Bluttest auf eine fetale Trisomie 21. Ein Tropfen Blut der Mutter genügt, um die Frage nach Chromosomenstörungen zu klären, die Genauigkeit des Ergebnisses soll 99 Prozent betragen. Getestet werden kann mittlerweile außerdem, ob bei dem Ungeborenen eine Trisomie18 oder 13 vorliegt.
Dawkins gegen die Normabweichung

Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis der simpel durchzuführende Praena-Test eine Selbstverständlichkeit in deutschen Frauenarztpraxen ist und jene, die sich ihm verweigern, die Ausnahme sind. Damit ist kein moralisches Urteil verbunden, im Gegenteil. Die Frage lautet vielmehr, wie es um die Toleranz und Akzeptanz von Minderheiten in einer Gesellschaft bestellt ist, in der viele werdende Mütter panisch jeden vorgeburtlichen Test durchlaufen, aus Angst, gar keine andere Wahl zu haben.

Richard Dawkins © dpa Vergrößern Richard Dawkins, der zwischenzeitlich in Oxford lehrte, fällt häufiger mit fragwürdigen Äußerungen auf.

Richard Dawkins dürfte die Entwicklung hin zu einer immer ausgefeilteren genetischen Diagnostik mit Freude beobachten. Carol Boys, Geschäftsführerin der Down’s Syndrome Association (DSA), kommentierte Dawkins’ Äußerungen mit den Worten: „Menschen mit Downsyndrom können ein erfülltes Leben führen, sie leisten einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag.“ Die DSA sei bestrebt, alle werdenden Eltern mit genausten Informationen zu versorgen und sie aufzuklären, was es heute heißen kann, ein Leben mit Downsyndrom zu bestreiten.

Der medizinische Fortschritt hat dazu geführt, dass die Lebenserwartung von Menschen mit Downsyndrom inzwischen auf fünfzig bis sechzig Jahre gestiegen ist. Schwergradig geistig behindert sind dabei nur die Allerwenigsten – manche Betroffene können später ein selbständiges Leben führen. Der Praena-Test mag Gewissheit bringen, ob eine Trisomie 21 vorliegt, was er jedoch nicht verrät, ist deren Schweregrad.Tweets wie die von Dawkins sind deshalb so gefährlich, weil sie jegliche Aufklärungsabsicht torpedieren und zu einer Wahrnehmungsverzerrung der Chromosomenstörung beitragen.

Der Skandal liegt nicht darin, dass Dawkins die Abtreibungsrealität beim Namen nennt, er liegt darin, dass diese ihm noch nicht weit genug geht. Versteht man Dawkins richtig, sollten nicht neun von zehn betroffenen Föten abgetrieben werden, sondern alle zehn. Offenbar ist Dawkins der Ansicht, dass behinderte Menschen in einer Optimierungsgesellschaft, in der sich der auf enhancement jeglicher Art getrimmte Mensch am besten durchsetzt, nichts verloren haben. Die Normabweichung ist für ihn ein schlicht nicht lebenswertes Handicap. Anstatt auf Inklusion zu setzen, plädiert er für eine Exklusion im Mutterleib. (Text FAZ Ende)

WIESO NIMMT SICH DIESER MENSCH DAS RECHT HERAUS, SO LEICHTFERTIG ÜBER DAS LEBEN VON UNGEBORENEN KINDER ZU URTEILEN????

WARUM HAT EIN MENSCH MIT BEHINDERUNG NICHT DAS RECHT „GLÜCKLICH“ ZU SEIN UND ZU LEBEN?

Ich wünsche diesem Mann von ganzem Herzen, dass er irgendwann einmal einem Mensch mit Down-Syndrom gegenübersteht und die Frage beantworten muss „Warum willst Du uns töten?“

Wenn ich darüber nachdenke wie viele Kinder mit Down Syndrom heute glücklich auf der Welt leben könnten, wenn ihre Mutter diesem Mann nicht begegnet wäre und anders hätte entscheiden können….ich mag gar nicht drüber nachdenken.

Ich jedenfalls bekomme eine Gänsehaut, wenn meine Tochter mit Down Syndrom vor mir steht und sagt: „Danke, dass ich leben durfte und Du mich haben wolltest…ich mag das Leben von mir.“

2 Antworten auf “Abtreibung bei Down Syndrom – Richard Dawkins rät einfach zu einem neuen Versuch”

  1. Menschen, die selber nie geboren haben oder es aus biologischen Gründen nicht können (Männer eben), haben oft diese Meinung und gehen recht pragmatisch mit Für und
    Wieder an diese Sache.

    Eigentlich sollte dieser Personenkreis bei diesem Thema gar nicht mitreden. Ärgerlich in der Tat.

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  2. Ganz ehrlich, eine Frau soll sich nicht nach ANDEREN richten. Ich würde viel lieber ganz genau nachfragen, wieso man schwangere Frauen ÜBERHAUPT IMPFT!?? Nun kommen wir der Down-Syndrom-Sache vllt. etwas näher?? Irgendwas stört mich gewaltig an dem Satz, was angeblich die Norm sei..wenn Impfungen nachweislich Mutter und Fötus auf lange Sicht schädigen??!! Es ist eine „kranke Norm“, der Impfbefürworter, ANDEREN mehr Glauben zu schenken, als seinen eigenen mütterlichen Instinkten. Ich wurde in beiden Schwangerschaften nicht geimpft, als ich den Mist hörte vor ein paar Tagen sehe ich das als chemischen Angriff und Körperverletzung des Ungeborenen Lebens!! Nachhaken,wann häuften sich die Down-Fälle? Wann gab‘ es mehr Abtreibungen? Und ich rate es Schwangeren nur, lasst euch nicht einschüchtern:Ihr gefährdet euer Ungeborenes mit der Impfung NICHT UMGEKEHRT!! In diesen Impfstoffen ist Aluminium und Quecksilber, sowie andere Stoffe,die Impfreaktionen auslösen sollen!! Wenn das Ergebnis also DOWN-SYNDROM ist, aber munter weitergeimpft wird und NICHT dem auf den Grund gegangen wird, wirds kriminell! Wie will das irgendein Arzt verantworten? Was verschweigt vielleicht Richard Dawkins,das er typisch männlich gedacht, ohne nachzudenken.. nicht weiß wie Frauen eingestellt sind?

    LG

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