Die Freizeitkrankheit

Wenn ich ehrlich bin, habe ich ja bereits damit gerechnet, aber dass es jetzt doch wieder, zuverlässig wie immer, passiert ist, finde ich spannend.

Die letzten Wochen funktionierte mein Körper fantastisch – fit, ausgeschlafen, kein kränkeln, gute Laune, belastbar – einfach perfekt 
Die letzten Wochen waren Wochen in denen ich keine Zeit zum entspannen hatte: Prüfungsvorbereitungen, lange „Lernabende“, Job, Kinder, diverse Veranstaltungen. Sprich: mein Körper arbeitete auf Hochtouren!

Am Wochenende waren dann die Prüfungen geschrieben und sämtlicher Stress und Druck verschwunden. Langes ausschlafen, entspannen und schon fing es an: Kopfschmerzen, Halskratzen, Schnupfen.

Kennt ihr dieses Phänomen? Ich finde es immer wieder faszinierend, wie der Körper auf die ihm angebotenen Ruhephasen reagiert, sei es ein Wochenende, ein Urlaub etc.

Für mich jedenfalls war es ein Hinweis, mich mit der „Freizeitkrankheit“ mal intensiver zu beschäftigen 🙂

Im Focus-Online vom 3.7.13 gibt es dazu einen schönen Artikel:

Die „Freizeitkrankheit“, Warum wir ausgerechnet im Urlaub krank werden

Wochenlang erscheinen wir gesund und munter im Büro. Und pünktlich zum ersten Ferientag kommen die Kopfschmerzen. Psychologen nennen dieses Phänomen „Freizeitkrankheit“. Rund eine Viertelmillion Deutsche leidet darunter.
Endlich frei. Doch kaum ist der Schreibtisch aufgeräumt, der letzte Arbeitstag vorbei, da beginnt schon der Hals zu kratzen. Spätestens im Auto oder Flieger in Richtung Urlaubsland dröhnt der Kopf. Pünktlich zum ersten Urlaubstag erwischt sie einen, die „Leisure Sickness“, zu Deutsch: „Freizeitkrankheit“. Statt Skipiste oder Strand wartet im Urlaubsort zunächst einmal das Krankenbett.

Vor allem Berufstätige erwischt die „Leisure Sickness“, unter der am Wochenende oder im Urlaub rund drei Prozent der Deutschen leidet. Das ergab eine Studie von Wissenschaftlern der niederländischen Universität Tilburg. Wie häufig sich Berufstätige aus dem Urlaub heraus krank melden, erfassen allerdings weder die Krankenkassen noch das Statistische Bundesamt. Die Diagnose „Freizeitkrankheit“ ist ein Phänomen der Neuzeit. Im Jahr 2002 hat der Niederländer Adrian Vingerhoets die Krankheit als erster beschrieben. Er litt selbst an dem Phänomen, das er sich nicht erklären konnte und lange verdrängte.

Mit der Entspannung kommt die Krankheit
Der Münchner Psychologe Louis Lewitan beschäftigt sich seit Jahren mit der „Freizeit-Krankheit“. „Viele Menschen werden krank, sobald sie sich entspannen“, erklärt der Stressexperte, der ein Buch mit dem Titel „Die Kunst, gelassen zu bleiben“ geschrieben hat. Besonders gefährdet an der „Leisure Sickness“ zu erkranken, seien Workaholics und Perfektionisten, erklärt er. Menschen, die nicht abschalten können, die alles kontrollieren wollen und ständig unter Strom stehen.

Julia Scharnhorst vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen erklärt: „Der menschliche Körper ist eher für wellenförmige Belastung gedacht.“ Er brauche einen harmonischen Wechsel von Anspannung und Entspannung. Doch der Körper mancher Menschen hat sich im Laufe der Zeit an die Daueranspannung und damit an einen stetig hohen Adrenalinspiegel gewöhnt. Das führt dazu, dass das Immunsystem auf Hochtouren arbeitet. „Diese Menschen empfinden Leerlauf und Entspannung als Stress“, sagt Lewitan.

FOCUS Online Ruheoase vor den Stadttoren: Can Pastilla: Der Strand der Einheimischen von Mallorca
Die Psyche und das vegetative Nervensystem reagieren darauf, der Körper ermattet oder wird krank. Deshalb erleiden viele Berufstätige auch nachts oder im Urlaub einen Herzinfarkt und nicht während der größten Stressphasen, sagt Psychologin Scharnhorst. Sie erklärt dies mit dem sogenannten „Open-Window-Effect“: „Sobald der Adrenalinspiegel sinkt, will sich auch das Immunsystem endlich erholen.“ Viren und Bakterien können den Körper in der Folge einfacher angreifen.

Was sagt uns das mal wieder: Wir sollten uns besser um uns und unseren Körper kümmern :)Genau wie unsere Seele und unser Geist braucht auch er die kurzen, aber regelmäßigen Pausen um gesund zu bleiben. Ein schönes Thema auch im Zusammenhang mit den Achtsamkeitsübungen.

Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag, mit vielen kleinen Pausen und weiterhin Gesundheit.

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