Fit durch den Tag – mit Ayurveda

Klar ist es schwer und oft auch unbequem, gerade im Alltag, einmal aus seinen „Gewohnheiten“ auszubrechen und etwas Neues auszuprobieren… aber es lohnt sich 

Seit Beginn meines Studiums hat mich die die Lehre des Ayurveda besonders interessiert und so habe ich angefangen mich in den letzten Jahren intensiver damit auseinander zu setzen.

Heute sind einige Dinge daraus schon zu Gewohnheiten geworden und lassen sich gar nicht mehr aus meinem Alltag wegdenken.
Wichtig ist: Ayurveda bzw. auch die Ayurvedische Ernährung haben nichts mit Verzicht zu tun. Der Körper muss hier auf keine Vitamine oder Nährstoffe verzichten – sondern ganz im Gegenteil. Deshalb lassen sich einzelne Aspekte dieser Ernährungsform gerade auch bei Kindern oder älteren Menschen zur Stärkung des Immunsystems gut in die „Alltagsernährung“ einbauen.
Ayurveda bedeutet übersetzt „Wissen vom Leben“. Tatsächlich lassen sich mit der 5.000 Jahre alten indischen Gesundheitslehre zahlreiche Erkrankungen und gesundheitliche Beschwerden vorbeugen.

Das Grundprinzip dabei: Körper, Geist und Seele müssen im Gleichgewicht sein. Hierbei spielen die Lebensführung und insbesondere die Ernährung eine entscheidende Rolle.

Darüber hinaus ist es wichtig, den individuellen körperlichen und geistigen Konstitutionstyp zu berücksichtigen, der von den drei Lebenskräften Vata, Kapha und Pitta (Tri-Doshas, s. a. Kasten) bestimmt wird. Hinweise darauf, welche der drei Doshas überwiegt, liefern Tests oder Tabellen, die man z. B. in Ayurveda-Büchern findet.

Hier eine kleine Grobübersicht der einzelnen Typen. Jedem der sich dafür interessiert, empfehle ich allerdings, sich ein Buch zur genaueren Bestimmung zu besorgen, denn oft ist eine genaue Typisierung nur durch mehrere Eigenschaften herauszufinden.

Die drei Doshas:
Vata-Typ: Personen, bei denen das Vata-Dosha überwiegt, sind eher schlank bis dürr, sehr klein oder sehr gross und neigen zu Ängsten, Nervosität, Schlaf- und Verdauungsstörungen sowie Gelenkbeschwerden. Ebenfalls typisch für Vata-Typen ist ihre schnelle Auffassungsgabe und ihre ständigen neuen Ideen. Außerdem pflegen sie meist einen unregelmäßigen Lebensstil. Vata-Menschen frieren sehr leicht.
Pitta-Typ: Vertreter dieses Typs sind häufig sehr ungeduldig („Hitzköpfe“) und wollen ein Projekt um jeden Preis durchziehen. Pitta-Menschen weisen oft ein rötliches Gesicht auf und neigen zu Sommersprossen. Sie haben stets Hunger und eine gute Verdauung, werden jedoch ungehalten, wenn sie nichts zu essen bekommen. Hände und Füße sind auch im Winter warm.
Kapha-Typ: Personen dieses Typs neigen besonders häufig zu Erkältungen, obwohl sie sonst nicht leicht krank werden. In der Regel handelt es sich um korpulente Menschen oder solche, die zu Übergewicht neigen. Sie sind eher träge, ruhig und frieren sehr leicht. Kapha-Typen haben oft eine glatte Haut ohne Pigmentflecken sowie schöne weiße Zähne.

Der ayurvedische Morgen

Vielen kennen es: Egal wann man abends im Bett war –der Tagesanfang ist in der Regel eher etwas schwierig. Man fühlt sich „zerknittert“, „müde“ etc.

In Indien beginnt man deshalb bereits morgens damit, etwas für seinen Körper bzw. im Hauptfokus „für seine Verdauung“ zu tun. Denn ein gesunder Verdauungsapparat ist die Grundvoraussetzung für Gesundheit.

Nach dem Aufstehen wird empfohlen, ein Glas lauwarmes Wasser auf nüchternen Magen zu trinken. So werden die Verdauungsorgane „geweckt“ 
Bereits vor dem Zähneputzen wird die Zunge mit einem „Zungenschaber“ (aus Metall) gereinigt. Diesen bekommt man mittlerweile in vielen Apotheken oder online.

Nach der Zungenreinigung folgt das „Öl ziehen“ mit reinem Kokosöl. Hierzu wird das Öl 5 Minuten lang im Mundraum von links nach rechts gespült/gezogen. Das Öl sollte auf keinen Fall geschluckt werden, da es alle Bakterien und Gifte die sich im Mundraum befinden an sich bindet. Es kann im Anschluss einfach ausgespuckt werden. Danach kann man sich wie gewohnt die Zähne putzen.
Gerade für Allergiker – oder auch Personen die oft mit Schnupfen oder einer Nebenhölenentzündung zu kämpfen haben – kommt dann eine Tradition, die es wirklich Wert ist, übernommen zu werden: das Nasenspülen. Hierzu wird ein Nasenspülkännchen (gibt es ebenfalls in der Apotheke oder im Onlineshop) mit warmen Wasser gefüllt und mit einem Messlöffel die entsprechende Menge Salz eingefüllt. Dann wird es am ersten Nasenloch angesetzt und der Kopf leicht in die entgegen gesetzte Richtung, zur Seite gebeugt. Zum Schluss noch einmal die Nase putzen und der Tag kann beginnen.
Seit dem ich diese drei Dinge (max. 10 Minuten Zeitaufwand am Morgen) in meinem Alltag integriert habe, fühle ich mit fit und der Heuschnupfen und auch die Stauballergie sind so gut wie weg  Also ausprobieren !

Durch den Tag – viele kleine „leckere“ Rituale

Ingwerwasser (3 Scheiben Ingwer mit ½ Liter Wasser heiß aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen) dazu ein wenig Zitrone oder wer mag: Honig). Das Wasser kann in einer Thermoskanne aufbewahrt werden und so über den Tag verteilt getrunken werden.

Lassi (ein indisches Joghurtgetränk, dass hilft die Verdauung anzuregen) ist besonders im Sommer – eisgekühlt – eine sehr erfrischendes Getränk zum Mittagessen.

Wer zwischendurch „Lust“ auf etwas Süßes vespürt: Eine ayurvedischen Fruchtpaste auf der Basis von Amlafrüchten (Chyawanprash)ist lecker und darf ruhig ab und zu „genascht“ werden. Das Immunsystem freut sich 🙂

Den Abend ayurvedisch ausklingen lassen

Das Abendessen sollte nicht zu spät eingenommen werden, damit die Verdauung nicht auf „Hochtouren“ läuft, wenn wir schlafen gehen.
In Indien wird das Abendessen warm eingenommen. Es gibt hier diverse, sehr leckere Rezepte mit Bohnen. Reis, Gemüse und Kräutern, die es sich wirklich lohnt nach zu kochen.
Ich bin mittlerweile ein grosser Fan von Volker Mehl geworden. Ein sympathischer Koch, der sich auf die ayurvedische Küche spezialisiert hat und mittlerweile zwei Bücher herausgebracht hat. Ich habe sie beide und selbst meine Kinder sind in zwischen richte Ayurveda-Liebhaber geworden. Wer sich für die Bücher und Volker Mehl interessiert: http://www.volker-mehl.de
Als Schlummertrunk kann man eine Tasse Milch mit einer Prise Kardamon, Muskat, Safran und Honig erwärmen und bei einem guten Buch gemütlich im Bett trinken.

Vor dem Einschlafen die Füße mit Sesamöl einmassieren. Öl ist eines der wichtigsten Entspannungsmittel im Ayurveda. Über die Füße wird die Überaktivität des Kopfes ausgeleitet und man schläft gut. Und das werden Sie wirklich merken! Die Massage mit dem Sesamöl wirkt wirklich wahre Wunder. In Nächten an denen ich nicht schlafen kann und nachts wach werde und anfange zu grübeln mache ich die Fußmassage sogar ein zweites Mal – sie beruhigt sofort. Selbst bei Kindern – gerade in der Schulzeit, vor Klassenarbeiten o.ä. ist sie ebenfalls ein tolles Ritual, an das sich die Kinder nur zu gerne gewöhnen…glauben Sie mir 

In diesem Sinne „Namasté“

Namste

Bild Namasté von blogthecat.ca

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s