Achtsamkeit – ich gehe "achtsam" mit mir und meinen Gedanken um

„Achtsamkeit (engl. mindfulness) kann als Form der Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit einem besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustand verstanden werden, als spezielle Persönlichkeitseigenschaft sowie als Methode zur Verminderung von Leiden (im weitesten Sinne). Historisch betrachtet ist „Achtsamkeit“ vor allem in der buddhistischen Lehre und Meditationspraxis zu finden. Im westlichen Kulturkreis ist das Üben von „Achtsamkeit“ insbesondere durch den Einsatz im Rahmen verschiedener Psychotherapiemethoden bekannt geworden.“ (Wikipedia)

Ich hatte bis vor 9 Jahren noch nie etwas zum Thema Achtsamkeit gehört, geschweige denn gelesen oder gar umgesetzt.

Meine Zwillingsmädchen waren fast zwei Jahre alt, ich ging wieder halbtags arbeiten und endlich zu Hause angekommen, warteten doch tatsächlich noch jede Menge Dinge auf mich, die erledigt werden wollten.

Wenn ich dann Abends zur Ruhe kam und bei einer Tasse Tee oder einem Glas Rotwein auf dem Sofa saß, kam ich mir vor wie ein Hamster im Laufrad, der den ganzen Tag rennt und rennt aber doch nicht von der Stelle kommt. „Was habe ich heute eigentlich alles getan?“ Diese Frage stellte ich mir immer öfter aber viel zu oft konnte ich sie gar nicht mehr beantworten, weil ich viele Dinge einfach unbedacht, nebenher, ohne Aufmerksamkeit, mechanisch erledigt habe.

Eine Freundin mit der ich mich an einem Wochenende darüber unterhielt, schenkte mir bei unserem nächsten Treffen ein Buch von Jon-Kabat-Zin: Im Alltag Ruhe finden: Meditationen für ein gelassenes Leben.

Ich fing an dieses Buch zu lesen und merkte, dass mich das Thema vom ersten Moment an fesselte. Ich begann damit kleine Achtsamkeitsübungen in den Alltag einzubauen und mich wirklich bei allem was ich tat auf das hier und jetzt zu konzentrieren. Wenn ich Essen zubereitet habe, habe ich essen zubereitet und nicht anderes neben her erledigt. Wenn ich Gäste hatte, beschäftigte ich mich nur mit den Gästen und tat nicht nebenher noch dies und jenes und ganz wichtig war mir: wenn ich im Büro war, war ich im Büro und arbeitete – es wurde kein Gedanke an vorher oder nachher verschwendet – nur der Augenblick wurde gelebt. Genau so galt das gleiche für die Zeit mit meinen Kindern. Wenn „Kinderzeit“ war, gab es nichts anderes, nur mich und die Kinder.

Und ich merkte, wie ich nach und nach immer ruhiger, gelassener und „wacher“ wurde. Ich tat die Dinge wieder gerne und ich tat sich „achtsam“ und „bewusst“. Meiner Energie kehrte zurück und auch abends wenn die Kinder im Bett waren, hatte ich wieder Zeit für mich, die ich nicht nur schlafend verbrachte.

Als Mutter weiß ich, dass das Leben mit Kindern nicht immer einfach ist. Egal wie viel Liebe wir für sie in uns habe, sie bringen uns das ein oder andere Mal an einen Punkt, den wir vorher vielleicht gar nicht kannten 🙂 Es gibt auch hierzu ein wunderschönes Buch von Jon Kabat-Zin: Mit Kindern wachsen – Die Praxis der Achtsamkeit in der Familie. Dieses Buch zeigt einem das Verhalten von einem selbst und auch seinen Kindern aus einem ganz anderen Blickwinkel und öffnet einem die Augen. Bis heute gibt es immer wieder Tage, an denen ich darin lese – immer und immer wieder und immer und immer wieder rührt es mich, wie er von den kleinen Seelen schreibt.

Es gibt viele Möglichkeiten sich mit dem Thema „Achtsamkeit“ anzufreunden. Bei mir hat es ein kleines Buch getan und ein Tischkalender den ich noch heute habe, der mich jeden Tag daran erinnert die Dinge „achtsam“ anzugehen.

Viele Autoren haben sich mittlerweile dem Thema gewidmet – der erste – und meiner Meinung nach interessanteste und erfahrenste ist jedoch Jon Kabat-Zin.

Jon Kabat-Zinn (* 5. Juni 1944 in New York) ist emeritierter Professor an der University of Massachusetts Medical School in Worcester. Er unterrichtet Achtsamkeitsmeditation, um Menschen zu helfen, besser mit Stress, Angst und Krankheiten umgehen zu können.
Während seines Berufslebens hat er sich stark dafür engagiert, die Achtsamkeitspraxis in Medizin und Gesellschaft bekannt zu machen und zu etablieren. Kabat-Zinn hat bedeutende Beiträge zu einem modernen Gesundheitswesen – vor allem in den USA – geleistet und sich dabei sowohl in seiner Forschung wie in der Lehre auf die Zusammenhänge von körperlichen Vorgängen und geistigen Aktivitäten konzentriert.
Kabat-Zinn, der als Sohn des Immunologen Elvin A. Kabat geboren wurde, erhielt 1971 seinen Ph.D. in Molekularbiologie vom MIT, wo er unter dem Medizin-Nobelpreisträger Salvador Edward Luria arbeitete. 1979 gründete er die mittlerweile renommierte Stress Reduction Clinic, deren Geschäftsführer er bis 1995 war; hier begann er das Programm der Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) zu vermitteln und seine Auswirkungen in einer umfangreichen Begleitforschung zu untersuchen. MBSR ist ein achtwöchiger Kurs, in dem teilweise aus Hatha Yoga, Vipassana und Zen stammende, aufeinander abgestimmte Aufmerksamkeitsübungen und die Achtsamkeitsmeditation miteinander verbunden sind.
Kabat-Zinn ist Gründer und ehemaliger Geschäftsführer des 1995 etablierten Center for Mindfulness in Medicine, Health Care and Society (CFM) (Zentrum für Achtsamkeit in Medizin, Gesundheitswesen und Gesellschaft) an der University of Massachusetts Medical School. Er gehört zu den Wissenschaftlern, die an den Dialogen und Konferenzen des Mind and Life Institute beteiligt sind.

Eine Übersicht über seine bisherigen Werke findet ihr hier: http://www.arbor-verlag.de/jon-kabat-zinn.

Wem es schwer fällt, mit Büchern zu arbeiten kann auch ein Achtsamkeitsseminar besuchen. Eine Übersicht verschiedener Anbieter findet ihr schnell im Internet.

Wir alle leben unser Leben hier und jetzt und sollten dem hier und jetzt auch die Möglichkeit geben, beachtet zu werden. Was war können wir nicht ändern und was kommt können wir nicht beeinflussen.

Ich wünsche Euch noch einen wundervollen, sonnigen Tag. Genießt ihn 🙂

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